12 Tage Roadtrip durch drei Länder Teil 7 Frankreich
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16 April 2026
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Auf der Suche nach dem Frühling (Teil 7)

Tag 9: Bordeaux

Nach einer ruhigen Nacht gingen wir am Morgen nochmals ans Meer – der Atlantik ist einfach überwältigend. Der Himmel ist düster und wir fahren in Richtung Norden – nach Bordeaux. Ich war erst letztes Jahr mit dem Schiff dort und fand die Stadt wunderschön. Bordeaux ist eine sehr elegante Stadt, die vor allem für ihre lange Weintradition, ihre beeindruckende Architektur und ihr entspanntes Lebensgefühl bekannt ist. Die Stadt liegt an der Garonne und gehört zu den schönsten urbanen Reisezielen Europas. Besonders berühmt ist Bordeaux als Zentrum eines der wichtigsten Weinbaugebiete der Welt, in dem Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot eine große Rolle spielen. In der Umgebung befinden sich renommierte Regionen wie Médoc und das historische Saint-Émilion, das sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

 Ein modernes Highlight ist die Cité du Vin mit seinem futuristisch wirkenden Museum mit seiner geschwungenen Form und der goldschimmernden Fassade, die an wirbelnden Wein im Glas erinnert. Es gilt als ikonischer Bau des „neuen Bordeaux“ und steht symbolisch für die Verbindung von Tradition und Innovation.

Dort haben wir geparkt und uns in der benachbarten Markthalle gestärkt. Mit der Tram ging es dann ins Stadtzentrum, denn neben dem Wein beeindruckt Bordeaux durch seine gut erhaltene Altstadt, die ebenfalls unter UNESCO-Schutz steht und mit klassizistischer Architektur, weiten Plätzen und eleganten Fassaden begeistert. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen der Place de la Bourse mit seinem berühmten Wasserspiegel, die historische Pont de Pierre sowie das prachtvolle Grand Théâtre de Bordeaux. Trotz ihres kulturellen Reichtums wirkt die Stadt nicht überlaufen, sondern eher gelassen und lebenswert, mit vielen Cafés, Märkten und einer ausgeprägten Fahrradkultur.

In Bordeaux findet man aber auch noch weitere Highlights moderner Architektur, die bewusst im Kontrast zur historischen Altstadt steht und die Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte widerspiegelt. Besonders seit den 2000er-Jahren hat Bordeaux gezielt neue, zeitgenössische Bauwerke gefördert, oft von international bekannten Architekturbüros.

  

Beispielsweise das Kulturzentrum MECA, entworfen vom Architekten Bjarke Ingels. Das Gebäude fällt durch seine monumentale, fast skulpturale Form auf und wirkt wie ein riesiger, durchbrochener Block mit dynamischen Linien – ein typisches Beispiel für experimentelle, zeitgenössische Architektur.

Auch Sport- und Veranstaltungsbauten spielen eine Rolle: Das Stade Matmut Atlantique von Herzog & de Meuron besticht durch seine klare, minimalistische Form und die filigranen Stützen, die an die Kiefernwälder der Region erinnern.

Im Bereich Infrastruktur zeigt sich moderne Architektur etwa beim Pont Jacques Chaban-Delmas, einer der höchsten Hubbrücken Europas. Sie verbindet technische Innovation mit elegantem Design und fügt sich gleichzeitig in das Stadtbild entlang der Garonne ein. Sie dient auch als Klammer zwischen den beiden Flussseiten – der modernen und der historischen Stadt.

Als Kontrabrücke liegt im Süden die die neueste große Brücke in Bordeaux, die nach der französischen Politikerin und Holocaust-Überlebenden Simone Veil benannt wurde. Sie ist ungewöhnlich breit angelegt ist (eine der breitesten Brücken Europas), bietet viel Platz für Fußgänger und Radfahrer bietet und wurde bewusst als öffentlicher Raum gestaltet wurde – fast wie eine „schwebende Promenade“ über der Garonne. Architektonisch ist sie eher flach und minimalistisch, ohne hohe Türme oder spektakuläre Bögen, was sie deutlich von der Pont Jacques Chaban-Delmas unterscheidet. Der Fokus liegt auf Nutzung und Aufenthaltsqualität statt auf ikonischer Form. Sie verbindet die südlichen Stadtteile von Bordeaux und ist ein gutes Beispiel dafür, wie moderne Infrastruktur heute nicht nur Verkehrslösung ist, sondern auch urbaner Lebensraum.

  

Am Abend ging es zurück zu den Bassins in Bordeaux, dem ehemalige Hafen- und Industriegebiet im Norden der Stadt. Ursprünglich wurden diese „Bassins“ (Hafenbecken) im 19. Jahrhundert angelegt, um den Handel und die Schifffahrt zu fördern. Große Frachtschiffe legten hier an, und das Gebiet war lange Zeit ein wichtiger wirtschaftlicher Motor von Bordeaux. Mit dem Rückgang des klassischen Hafenbetriebs verlor das Viertel jedoch an Bedeutung und lag teilweise brach. Dort lag auch einst die deutsche U-Boot-Flotte und der Film das Boot wurde teilweise gedreht.

In den letzten Jahren hat sich das Gebiet stark gewandelt und gilt heute als eines der spannendsten Beispiele moderner Stadtentwicklung. Alte Industrieanlagen, Lagerhallen und Docks wurden entweder umgebaut oder durch zeitgenössische Architektur ergänzt. Dabei entstand ein kreatives, gemischtes Viertel mit Wohnungen, Büros, Restaurants und kulturellen Einrichtungen direkt am Wasser.

Ein besonders beeindruckender Ort dort ist die Bassins des Lumières, das wir besuchen wollten. 
Es ist ein riesiges digitales Kunstzentrum, das in einer ehemaligen U-Boot-Basis untergebracht ist. In den dunklen, monumentalen Hallen werden Werke berühmter Künstler als immersive Licht- und Klanginstallationen projiziert – ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. Wir kamen in den Genuss von Monet und Frida Kahlo. Es lohnt sich auf alle Fälle – die Hallen sind gigantisch und die Show beeindruckend.

Noch am Abend fuhren wir weiter in Richtung Osten und übernachtetet in unberührter Natur in der Auvergne.

 

 

 

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Schlagwort :
Susanna

Freie Mitarbeiterin für Events und Tourisitik

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