12 Tage Roadtrip durch drei Länder (Teil 4 Spanien)
Empfehlung

06 April 2026
Autor :  
Saragossa Aljaferia Palast

Auf der Suche nach dem Frühling (Teil 4)

Tag 6: Zaragoza

Auf dem Weg nach Zaragoza (auf Deutsch oft „Saragossa“), eine der bedeutendsten Städte im Nordosten Spaniens und die Hauptstadt der Region Aragón, sahen wir zahlreiche Windenergiefelder, Viehhaltung und landwirtschaftlich genutzte Felder für Getreide und Wein.

 Saragossa Basilica del Pilar    Saragossa römische Mauer

Zaragoza hat eine lange und bewegte Vergangenheit, sie wurde von den Römern als Caesaraugusta gegründet, später wurde die Stadt ein Zentrum der muslimischen Herrschaft und im Mittelalter Teil des christlichen Königreichs Aragón. Spuren davon lassen sich in der Stadt zahlreich finden. Sobald wir uns der Altstadt und dem Ebro näherten, beeindruckte uns als erstes der Anblick der Basílica del Pilar.

Monumental ist auch ihr Inneres, dass eng mit der Verehrung der Jungfrau Maria verbunden. In ihr befindet sich das Gnadenbild: eine kleine, spätgotische Marienfigur aus Holz (15. Jahrhundert), die auf einer Jaspis-Säule steht. Die Säule, auf der Maria erschienen sein soll, wird von Pilgern verehrt. Viele küssen oder berühren eine freiliegende Stelle der Säule hinter der Statue. Sie ist die Schutzpatronin der „Hispanidad“ (der spanischsprachigen Welt). Eine bis heute aktiv zelebrierte Tradition.

Die Altstadt bietet zudem historische Plätze und enge Gassen, zahlreiche Tapas-Bars und man kann einen schönen Spaziergang entlang des Ebro machen.

Saragossa Aljaferia Palast

Ein weiteres Highlight war der Aljafería-Palast, ein prachtvoller islamischer Palast aus dem 11. Jahrhundert, der später zur königlichen Residenz umgebaut wurde und heute Sitz des aragonesischen Regionalparlaments ist. Wir mussten auf einen Einlass-Slot warten, es hat sich aber definitiv gelohnt. Der Palast ist ein Zeugnis der Geschichte, bestehend aus drei Hauptteilen: der islamischen Festung, dem mittelalterlichen Mudéjar-Palast von Pedro IV. und dem Renaissance-Palast der Katholischen Könige.

Der zentrale Innenhof ist umgeben von Galerien mit kunstvollen Hufeisen- und Vielpassbögen und stellt den islamischen Garten als Paradiessymbol dar. Im dortigen Museum waren zahlreiche Originalwerke von Francisco Goya zu sehen. Das hatten wir nicht erwartet. Am nächsten Tag wurde dort dann das Regionalparlament neu gewählt und die Medien hatten sich herfür bereits aufgebaut. Ein spannender Tag für die Region.

Unser Fazit: Zaragoza ist eine Stadt voller Geschichte, in der römische, islamische und christliche Einflüsse zusammentreffen. Sie bietet beeindruckende Architektur, lebendige Kultur und ist gleichzeitig deutlich entspannter und weniger touristisch als viele andere spanische Großstädte – ideal für alle, die Spanien authentischer erleben wollen.

Für unseren nächste Übernachtung fuhren wir nach Arratzua-Ubarrundia (Park4night), einem kleinen Ort nahe eines Stausees. Dort gab es einen ruhigen Parkplatz direkt neben einer urigen Kneipe und einem Wanderweg durch das Erholungsgebiet. An den Straßenschildern erkannten wir, dass wir uns bereits im Baskenland befinden. Die baskische Sprache – Baskisch (Eigenname: Euskara) – ist sprachlich eine echte Ausnahme in Europa. Sie hat mehrere Besonderheiten, die sie deutlich von Sprachen wie Deutsch, Spanisch oder Französisch unterscheiden. Sie ist mit keiner anderen bekannten Sprache verwandt und anders als z. B. Deutsch gehört sie nicht zur Indogermanische Sprachen. Die Sprache ist besonders, weil sie isoliert, strukturell ungewöhnlich und historisch rätselhaft ist – eine sprachliche „Insel“ mitten in Europa.

 

212 Aufrufe
Susanna

Freie Mitarbeiterin für Events und Tourisitik

Webseite: https://fb.me/susanna.waldorf
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