12 Tage Roadtrip durch drei Länder (Teil 3 Spanien)
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28 März 2026
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Auf der Suche nach dem Frühling (Teil 3)

Tag 5: Saint-Thomas-les-Bains bis Lleida

Nach einer unruhigen Nacht (es war unklar, ob wir hier parken durften) strahlte die Sonne über Saint-Thomas-les-Bains. In den östlichen Pyrenäen nahe der spanischen Grenze liegt die historische Anlage am Ende einer Sackgasse. Die natürlichen heißen Thermalquellen sind berühmt für ihr warmes und mineralreiches Wasser und werden schon seit Jahrhunderten genutzt.

Lleida La Seu VellaEndlich wieder ein Bad und was für eines, die Wassertemperatur beträgt etwa 37–42 °C und man sagt dem Wasser nach, dass es wohltuend für Muskeln, Gelenke und Haut ist.
Die Becken liegen terrassenförmig am Berghang – oft mit Blick auf die umliegende Natur. Besonders im Winter ist es ein Erlebnis, im warmen Wasser zu sitzen, während rundherum Schnee liegt.
Die Nutzung dieser Quellen geht bis in die Römerzeit zurück. Später wurden die Bäder weiter ausgebaut und entwickelten sich zu einem klassischen Kurort. Heute verbindet Saint-Thomas-les-Bains historische Tradition mit moderner Wellness.

Frisch gebadet und gestärkt fuhren wir weiter in Richtung Süden – nach Katalonien. Die erste größere Stadt war Lleida und sie bot einige Überraschungen für uns. Lleida ist eine der ältesten Städte des Landes, befindet sich im fruchtbaren Tal des Flusses Segre und gilt als wichtiges landwirtschaftliches und kulturelles Zentrum – deutlich ruhiger und weniger touristisch als Barcelona. Zudem hat die Stadt eine über 2.000-jährige Geschichte, ursprünglich eine iberische Siedlung , später von den Römern als Ilerda ausgebaut, sie war Schauplatz einer wichtigen Schlacht im Caesars Bürgerkrieg zwischen Julius Caesar und seinen Gegnern und im Mittelalter bedeutendes Zentrum unter muslimischer und später christlicher Herrschaft.

Das bekannteste Bauwerk ist die La Seu Vella, eine imposante Kathedrale auf einem Hügel über der Stadt. Dort mischen sich romanische und gotische Elemente, zudem stiegen wir auf den Turm (eine echt herausfordernde Wendeltreppe) und von oben hatten wir einen spektakulären Blick auf die gesamte Anlage und die Stadt. Die Anlage wurde im Laufe der Geschichte auch als Militärfestung genutzt, was ihr ein einzigartiges Aussehen verleiht.

Lleida selbst wirkte authentisch und wenig überlaufen, es waren viele Studenten in der Stadt, da hier eine der ältesten Universitäten des Landes beheimatet ist. Man merkt die katalanische Prägung, vor allem an der Sprache und einer leckeren regionalen Küche mit vielen frischen Produkten. Die Landwirtschaft spielt hier in der Wirtschaft eine große Rolle – wir sahen die vielen Felder (auch Wein), auf unserem weiteren Weg nach Zaragosa.

Unser Fazit: Lleida ist keine klassische Touristenstadt, sondern ein Ort mit viel Geschichte und lokalem Charakter. Wer das „echte“ Katalonien abseits der großen Hotspots erleben möchte, findet hier eine spannende Mischung aus Kultur, Geschichte und entspanntem Alltag.

Gegen Abend erreichten wir einen idyllischen und gepflegten Parkplatz, der gegen wenig Gebühr auch eine Dusche und eine Küche bot. (Park4night – Valfarta)

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Susanna

Freie Mitarbeiterin für Events und Tourisitik

Webseite: https://fb.me/susanna.waldorf
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