12 Tage Roadtrip durch drei Länder
Empfehlung

16 März 2026
Autor :  
Albert Einstein Haus Susanna Waldorf

Auf der Suche nach dem Frühling (Teil 1)

Reisebericht über einen zwölftägigen Roadtrip Anfang Februar durch die Schweiz, Frankreich und Spanien, immer mit dem Blick auf das Wetter und dem Wunsch nach Wärme.

Eigentlich wollten wir nach Vietnam, aber die Reise wurde abgesagt und da wir uns die Tage frei genommen hatten, musste eine Alternative her. Wir waren auf der Suche nach Sonne und Wärme und natürlich ein bisschen Abenteuer. Es dauerte eine Weile, bis das Auto gepackt war und wir am ersten Februar am Spätnachmittag losfahren konnten. Unser erster Stopp war Bern, es war so nicht geplant, aber wir dachten, warum nicht es ist die Hauptstadt der Schweiz, wir waren noch nicht da, und die Berichte lasen sich vielversprechend.

Wir übernachteten, ganz romantisch, am Hang der Aare in einem ruhigen Wohngebiet. Der Vollmond erleuchtete die historische Altstadt, und wir freuten uns schon darauf, sie am nächsten Tag zu erkunden.
Montag:

    

Wir mussten feststellen, dass auch in der Schweiz am Montag alle Museen geschlossen haben. Daher erkundeten wir als erstes die Berner Altstadt, ein UNESCO Welterbe. Entlang historischer Laubengänge gingen wir zum Basler Münster und da ich ein großer Fan romanische und gotische Kirchen bin, war ich neugierig, das spätgotische Bauwerk zu besichtigen. Der Bau begann 1421 und zog sich – mit Unterbrechungen – über Jahrhunderte hin. Der markante Hauptturm wurde erst 1893 vollendet. Mit rund 100 Metern ist er der höchste Kirchturm der Schweiz. Trotz seiner Größe wirkt das Berner Münster ruhig und würdevoll. Es ist nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern auch ein lebendiger Ort – für Gottesdienste, Musik und stille Momente.

Weiter ging’s hinab zur Aare Schleife auf die andere Seite der Altstadt, zum berühmten Berner Bärenpark. Wenn sie sich nicht gerade im Winterschlaf befinden, kann man dort die drei Berner Bären besuchen oder im Bären Hotel übernachten. Der Bär ziert das Stadtwappen von Bern. Zurück in der Altstadt bewundern wir das Bundeshaus, in dem sich das Parlament und die Regierung der schweizerischen Eidgenossenschaft befindet.

Wenn man weiter durch die Altstadt von Bern schlendert, stößt man unweigerlich auf den berühmten Uhrturm, den Zytglogge. Dieses mittelalterliche Bauwerk mit seiner astronomischen Uhr ist nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt – es spielt auch eine Rolle in der Geschichte der modernen Physik. Kein anderer als der berühmte Physiker Albert Einstein lebte von 1903 bis 1905 in Bern. Er arbeitete damals als technischer Experte beim Eidgenössischen Patentamt – kein Professor, kein weltberühmter Wissenschaftler, sondern ein junger Physiker mit vielen Gedanken im Kopf.

Im Museumsquartier auf der anderen Seite der Altstadt, gäbe es auch ein Museum, dass sein Leben auf über 1000 m² präsentiert. Aber es ist Montag und alle Museen haben geschlossen. Nur durch einen Zufall landen wir in der Schweizerischen Nationalbibliothek, die auch an einem Montag geöffnet hat.

Die Schweizerische Nationalbibliothek (NB) in Bern ist das literarische Gedächtnis der Schweiz. Seit ihrer Gründung im Jahr 1895 sammelt, erschließt und bewahrt sie alles, was einen Bezug zur Schweiz hat – unabhängig von Sprache oder Medium.

Das Hauptgebäude wurde 1931 eröffnet und gilt als bedeutendes Beispiel des „Neuen Bauens“ in der Schweiz. Klare Linien, funktionale Gestaltung und viel Licht prägen das Haus. Es verbindet sachliche Moderne mit einer ruhigen, konzentrierten Atmosphäre – passend zu einem Ort des Wissens.

Der überaus freundliche Pförtner gibt uns den Tipp, einen kostenlosen Rundgang mit einem Audio Guide durch die Bibliothek zu machen. Es war einfach großartig, und wir hatten viel Spaß daran, sowohl die Architektur als auch die vielseitige Sammlung zu bewundern. Lohnenswert war danach der Besuch der Cafeteria. Wir blieben viel länger, als wir dachten, denn die Stadt hat uns in ihren Bann gezogen, und wir werden sicherlich wiederkommen, aber diesmal nicht an einem Montag.

Murten

Schon bei der Anfahrt wirkt Murten wie aus einem Bilderbuch. Der Murtensee glitzert in der Sonne, dahinter erheben sich sanfte Hügel, und über allem thront die gut erhaltene Altstadt mit ihren mittelalterlichen Mauern.

Wir parkten am Seeufer und ich ging zu Fuß Richtung Stadttor während mein Mann seine wohlverdiente Siesta machte. Zuerst den Berg hinauf und dann durch das Berntor schreitend betritt man eine andere Zeit: Laubengänge, Natursteinfassaden und kleine Cafés säumen die Hauptgasse. Alles wirkt überschaubar, ruhig und liebevoll gepflegt.

Ein Spaziergang entlang der alten Stadtmauer gehört unbedingt dazu. Die Mauern erzählen von der berühmten Schlacht bei Murten im Jahr 1476, als die Eidgenossen hier Geschichte schrieben.

Murten ist kein Ort für Eile – sondern für einen Moment des Innehaltens zwischen See, Geschichte und Schweizer Gelassenheit.

Leider haben wir um einen Tag das dortige Lichterfestival verpasst. Trotzdem konnten wir noch einige der wundervollen Installationen sehen.

Danach ging es zurück zur Autobahn, wir waren sehr euphorisch durch das wunderbare Wetter und fuhren weiter in Richtung Süden. Ich hätte gerne noch einen Stopp in Genf gemacht um mir das Cern anzuschauen.

Das CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) ist das weltweit größte Forschungszentrum für Teilchenphysik. Es liegt bei Genf an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich und wurde 1954 gegründet.

Hier erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt die grundlegenden Bausteine des Universums. Herzstück der Anlage ist der Large Hadron Collider (LHC) – der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In einem 27 Kilometer langen Tunnel werden Protonen fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht. So entstehen Bedingungen wie kurz nach dem Urknall.

Dort hat der portugiesische Street Artist Vhils ein Mural geschaffen, dass Mitarbeiter des Teilchenbeschleunigers zeigen. Leider musste ich feststellen, dass das Kunstwerk in einem für uns nicht zugänglichen Bereich befindet. Es wäre schön gewesen, aber hat leider nicht geklappt. Hintergrund ist, dass ich seit Monaten im Muca in München die Ausstellung dieses großartigen Künstlers führe und sehr gerne eines seiner Werke in natura gesehen hätte. Langsam wird es Abend und wir müssen uns Gedanken über unseren nächsten Stopp machen.

Da ich viele Jahre auf Flusskreuzfahrtsschiffen entlang der Rhone gefahren bin, fällt mir auch der geeignete Ort ein. Wir fahren bis Vienne und ich freue mich schon darauf, meinem Mann echtes römisches Erbe in Frankreich zu zeigen. Wir kommen in der Dunkelheit an, übernachten auf dem Parkplatz des dortigen archäologischen Museums und werden von dort berichten.

 

Teil 2 Frankreich

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Susanna

Freie Mitarbeiterin für Events und Tourisitik

Webseite: https://fb.me/susanna.waldorf
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